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Halsschmerzen...Notfall

Last updated 7 Dag 17 Keer bekeken

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In this page talks about ( Halsschmerzen...Notfall ) It was sent to us on 25/07/2021 and was presented on 25/07/2021 and the last update on this page on 25/07/2021

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Wichtigste Punkte










Halsschmerzen werden zumeist durch virale Tonsillopharyngitis verursacht und heilen ohne Behandlung.




Gelegentlich werden Halsschmerzen durch bestimmte Bakterien (insbesondere Streptokokken) verursacht und führen zu einer Rachenentzündung.




Ohne Laboruntersuchung kann der Arzt nur schwer zwischen einer viralen oder bakteriellen Ursache von Tonsillopharyngitis unterscheiden.




Abszesse und Kehldeckelentzündung sind seltene aber schwerwiegende Ursachen.





Beurteilung











Nicht jeder Halsschmerz erfordert eine sofortige Untersuchung durch einen Arzt. Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein ob eine ärztliche Beurteilung nötig ist und liefern Gewissheit darüber und was im Rahmen dieser Untersuchung zu erwarten ist.

Warnsignale

Bei Halsschmerzen sind bestimmte Symptome und Merkmale Anlass besonderer Aufmerksamkeit. Hierzu gehören





Rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Einatmen (Stridor)




Anzeichen von Atembeschwerden (insbesondere die Stativhaltung in der Kinder aufrecht sitzen sich nach vorne beugen und dabei den Kopf in den Nacken legen und den Kiefer vorschieben)




Sabbern




Gedämpfte kloßige fast stimmlose Sprache (als ob der Betroffene eine heiße Kartoffel im Mund hätte)




Sichtbare Ausbuchtung an der Rückseite des Rachens




Wann ein Arzt zu konsultieren ist:

Patienten mit Warnzeichen sollten sich direkt ins Krankenhaus begeben.



Patienten mit Halsschmerzen jedoch ohne Warnzeichen sollten ihren Arzt anrufen. Patienten mit typischen Erkältungssymptomen und leichten bis mäßigen Beschwerden wird empfohlen zu Hause zu bleiben und ihre Symptome mit frei verkäuflichen Arzneimitteln zu behandeln. Patienten mit starken Schmerzen und/oder anderen Symptomen (wie Fieber extreme Müdigkeit oder produktiver Husten) sollten sich üblicherweise sofort untersuchen lassen.

Was der Arzt unternimmt:

Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Ergebnisse der Anamnese und der körperlichen Untersuchung bestimmen ob und welche Tests durchgeführt werden (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Halsschmerzen).



Während der Anamnese stellt der Arzt Fragen zu Folgendem:





Symptome von Schnupfen Husten und Schwierigkeiten beim Schlucken Sprechen oder Atmen




Ob ein stark ausgeprägtes Gefühl allgemeiner Müdigkeit vor dem Auftreten der Halsschmerzen vorgelegen hat (könnte auf Mononukleose hindeuten)




Frühere Episoden von Mononukleose (Patienten bekommen Mononukleose nur selten zweimal)




Risikofaktoren für Gonorrhö (z. B. kürzlich stattgefundener oral-genitaler sexueller Kontakt) oder HIV-Infektion (ungeschützter Geschlechtsverkehr mehrere Sexualpartner oder intravenöser Drogenmissbrauch)






Während der körperlichen Untersuchung konzentriert sich der Arzt auf Nase und Rachen. Wenn der Arzt jedoch Epiglottitis bei Kindern vermutet (weil Warnzeichen vorliegen und es keine Hinweise auf eine Erkältung gibt) wird der Rachen nicht in der Praxis untersucht weil ein Zungenspatel einen Krampf auslösen kann der zur kompletten Blockierung der Atemwege führt.



Wenn keine Epiglottitis vermutet wird geht der Arzt folgendermaßen vor:





Er blickt in den Mund um zu sehen ob der Rachen und/oder die Mandeln gerötet sind ob es weiße Flecken (Exsudat) auf den Mandeln gibt und ob irgendwelche Ausbuchtungen zu sehen sind die auf einen Abszess hindeuten.




Untersuchung des Halses auf vergrößerte druckempfindliche Lymphknoten




Abtasten des Bauchs nach einer vergrößerten Milz







Tabelle










Some Infectious Causes and Features of Sore Throat






Ursache




Häufige Merkmale*




Untersuchungen








Virale Tonsillopharyngitis (Infektion der Mandeln und des Rachens durch ein Virus)




Leichte bis mäßige Halsschmerzen und leichtes oder gar kein Fieber



Normalerweise eine laufende Nase und/oder Husten



Rachen und Mandeln sind leicht bis stark gerötet und mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen



Manchmal ein oder zwei vergrößerte nicht schmerzhafte Lymphknoten im Nacken




Ärztliche Untersuchung






Streptokokken-Angina (Rachenentzündung)




Oft schwere Halsschmerzen und Fieber



Selten eine laufende Nase oder Husten



Rachen oft sehr stark gerötet Mandeln mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen



Typischerweise ein oder zwei vergrößerte druckempfindliche Lymphknoten im Nacken




Untersuchung eines Abstrichs aus dem Rachen






Mononukleose (verursacht durch das Epstein-Barr-Virus)




Mäßige bis schwere Halsschmerzen hohes Fieber und ständige Müdigkeit jedoch keine Erkältungssymptome



Normalerweise bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen die noch nie Mononukleose hatten



Rachen und Mandeln oft sehr stark gerötet Mandeln mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen



Typischerweise viele vergrößerte Lymphknoten auf beiden Seiten des Halses und manchmal eine vergrößerte Milz die bei einer Untersuchung entdeckt wird




Ein Bluttest auf Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus






Abszess†




Starke Halsschmerzen oft Fieber und keine Erkältungssymptome



Manchmal eine gedämpfte Stimme die klingt als hätte der Betroffene eine heiße Kartoffel im Mund



Rachen und Mandeln leicht bis stark gerötet



Typischerweise eine deutliche Schwellung auf einer Seite des Rachens




Normalerweise wird Eiter mit einer Nadel entfernt (zur Diagnose und Behandlung)



Manchmal Computertomografie (CT) des Halsbereichs






Epiglottitis† (Infektion des Kehldeckels der kleinen Gewebeklappe die die Öffnung des Kehlkopfs verschließt)




Starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden die plötzlich einsetzen



Bei Kindern oft Sabbern und Anzeichen einer schweren Erkrankung (z. B. wenig oder gar kein Blickkontakt Eltern werden nicht erkannt Reizbarkeit)



Manchmal (häufiger bei Kindern) Atemwegssymptome einschließlich:





Schnelles Atmen (Tachypnoe)




Rasselnde Geräusche beim Einatmen (Stridor)




Stativhaltung: Aufrechtes nach vorne gebeugtes Sitzen wobei der Kopf in den Nacken gelegt und der Kiefer nach vorne gestreckt wird (um mehr Luft in die Lunge zu bekommen)






Ein Hals der während der Untersuchung typischerweise normal erscheint (allerdings ist eine Untersuchung möglicherweise nicht ratsam)




Bei den meisten Kindern sowie bei Erwachsenen die schwer krank wirken wird im OP-Saal eine flexible faseroptische Laryngoskopie durchgeführt (Einführen eines dünnen flexiblen Schlauchs in den Hals um den Kehldeckel direkt betrachten zu können)



Bei Patienten die nicht alle Symptome der Epiglottitis zeigen und nicht schwer krank scheinen Röntgenaufnahmen des Halses








* Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch treten aber nicht immer auf.






† Diese Ursachen sind selten.















Tests

Der Testbedarf hängt von den Befunden der Krankengeschichte und der ärztlichen Untersuchung ab insbesondere davon ob Warnzeichen vorhanden sind.



Mögliche Untersuchungsarten:





Schnelles Streptokokken-Screening (bei Kindern)




Rachenabstrich (bei Erwachsenen)




Flexible faseroptische Laryngoskopie




Röntgenaufnahmen des Halses






Der Arzt versucht zuerst festzustellen ob eine Kehldeckelentzündung vorliegt. Stridor und übermäßiger Speichelfluss (Sabbern) sind Warnzeichen insbesondere bei Patienten die krank sind oder Atembeschwerden haben. In solchen Fällen sollten keine Röntgenaufnahmen gemacht werden. Stattdessen sieht der Arzt mit einem dünnen flexiblen Betrachtungstubus das durch die Nase eingeführt wird tief in den Rachen (flexible faseroptische Laryngoskopie). Weil es bei Kindern während einer Rachenuntersuchung mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer plötzlichen vollständigen Blockade der Atemwege kommen kann wird diese Untersuchung nur im OP-Saal durchgeführt wo für den Notfall entsprechende Ausrüstung und Personal zur Verfügung stehen. Erwachsene die nicht schwer krank erscheinen und keine Atemwegssymptome zeigen können am Hals geröntgt werden um festzustellen ob der Kehldeckel geschwollen ist. Ebenso kann in der Notaufnahme oder der Praxis eines Facharztes eine flexible faseroptische Laryngoskopie durchgeführt werden.



Entgegen der allgemeinen Auffassung ist es für den Arzt nicht einfach eine durch Streptokokken verursachte Rachenentzündung nur anhand des Aussehens von einer viralen Entzündung zu unterscheiden. Beide können zu stark gerötetem Hals mit weißen Flecken führen. Wenn nicht eindeutig nur eine gewöhnliche Erkältung vorliegt untersucht der Arzt auf Streptokokken. Dazu gibt es zwei Arten von Tests: einen Schnelltest auf Streptokokken-Antigene und eine Rachenabstrich-Kultur. Beide Tests werden an einer Probe durchgeführt die mithilfe eines Wattestäbchens von der Rückwand des Rachens getupft wurde. Der Schnelltest auf Streptokokken-Antigene kann in der Arztpraxis durchgeführt werden und dauert etwa 20 Minuten. Der Schnelltest wird in der Regel nur bei Kindern durchgeführt. Wenn die Ergebnisse positiv sind werden die Kinder mit Antibiotika behandelt. Wenn die Ergebnisse negativ sind wird eine weitere Probe an das Labor geschickt. Dort wird eine Kultur angelegt. Die Mikroorganismen vermehren sich auf einem speziellen Gel sodass genügend Organismen zur Bestimmung vorhanden sind. Wenn Erwachsene auf Streptokokken untersucht werden müssen wählt der Arzt zumeist nur die Rachenabstrich-Kultur weil bei Erwachsenen eine weitere bakterielle Infektion vorliegen kann die der Antigen-Schnelltest nicht erkennt.



Oft wird während der Untersuchung ein Abszess gefunden. Der Arzt kann den Abszess diagnostizieren und behandeln indem er ein Betäubungsmittel in den Rachen sprüht und eine kleine Nadel in den geschwollenen Bereich einführt. Wenn Eiter austritt handelt es sich um einen Abszess und der Arzt entfernt so viel Eiter wie möglich. Wenn Lage und Größe des Abszesses unklar sind führt der Arzt eine Computertomografie (CT) des Halses durch.





Blutuntersuchungen auf Mononukleose oder HIV werden nur dann durchgeführt wenn eine dieser Infektionen vermutet wird.



Behandlung











Der Arzt behandelt die spezifischen oder zugrunde liegenden Erkrankungen. Beispielsweise erhalten Patienten mit einer Streptokokken- oder einer anderen bakteriellen Infektion Antibiotika.



Wichtig ist die Schmerzlinderung damit die Patienten essen und trinken können. Ibuprofen oder Paracetamol helfen bei Schmerzen und Fieber. Patienten mit starken Schmerzen benötigen eventuell eine kurzzeitige Therapie mit Opioiden (z. B. Oxycodon oder Hydrocodon). Das Gurgeln mit warmem Salzwasser Lutschtabletten oder Rachensprays (die Benzocain Lidocain oder Dyclonin enthalten) können die Schmerzen vorübergehend lindern. Suppen haben den Vorteil dass sie Kinder einerseits vor dem Austrocknen bewahren und sie andererseits mit Nährstoffen versorgen solange das Schlucken noch schmerzt und der Appetit noch nicht zurückgekehrt ist.


Ursachen











Eine Halsentzündung ist in der Regel auf eine Infektion zurückzuführen (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Halsschmerzen). Die häufigste Infektion ist





Tonsillopharyngitis (Mandelentzündung)






Seltenere doch gravierendere Ursachen von Halsschmerzen sind





Abszess




Infektion des Kehldeckels (Epiglottitis)




Tumoren






Abszesse Epiglottitis und Tumoren sind von besonderer Bedeutung weil sie die Atemwege blockieren können.



Eine Reizung des Rachens und leichtes Wundsein können auch durch Trockenheit Reizstoffe gastroösophageale Erkrankungen (GERD) und vokale Belastung (z. B. Schreien) verursacht werden.

Tonsillopharyngitis (Mandelentzündung)

Tonsillopharyngitis ist eine Infektion der Mandeln (Lymphgewebe im hinteren Rachen) und des Rachens (Pharynx). Der Arzt verwendet den Begriff Mandelentzündung (Tonsillitis) wenn insbesondere die Mandeln entzündet sind oder den Begriff Rachenentzündung (Pharyngitis) wenn die Mandeln nicht besonders entzündet sind oder wenn Patienten ohne Mandeln eine Halsentzündung haben.



Tonsillopharyngitis wird normalerweise von einem Virus verursacht in der Regel von den gleichen Viren die eine gewöhnliche Erkältung auslösen. Die meisten Erkältungen beginnen mit leichten Halsschmerzen. Eine seltenere virale Ursache ist akute Mononukleose (verursacht durch das Epstein-Barr-Virus) die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Noch seltener können Halsschmerzen Teil der ursprünglichen Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) sein oder bei HIV-positiven Patienten auf eine chronische Pilzinfektion wie z. B. Soor hinweisen.



Ungefähr 10 % der Halsschmerzepisoden bei Erwachsenen (und etwas mehr bei Kindern) werden durch eine Art von Streptokokken-Bakterien (Streptokokken) verursacht. Solche Streptokokkeninfektionen werden häufig als Rachenentzündung bezeichnet. Bei Kindern unter 2 Jahren kommt eine Rachenentzündung selten vor.



Seltene bakterielle Ursachen sind Gonorrhö und Diphtherie (in Ländern mit niedrigen Impfraten).



Abszess

Unterhalb oder in der Nähe einer der Mandeln kann sich eine Ansammlung von Eiter (Abszess) ein sogenannter Peritonsillarabszess bilden. Die übliche Ursache ist eine Streptokokkeninfektion die sich von den Mandeln in tiefere Gewebeschichten ausgebreitet hat. Bei kleinen Kindern kann sich ein Abszess im Gewebe an der Rückwand des Rachens bilden (Retropharyngealabszess).

Kehldeckelentzündung

Der Kehldeckel (Epiglottis) ist eine kleine Klappe aus hartem Gewebe die beim Schlucken den Zugang zu Kehlkopf (Larynx) und Luftröhre (Trachea) verschließt. Der Kehldeckel kann von bestimmten Bakterien infiziert werden (Epiglottitis). Diese Infektion verursacht starke Schmerzen und Schwellungen. Die Schwellung kann die Luftröhre verschließen vor allem bei Säuglingen und Kindern. Eine Epiglottitis trat vornehmlich bei Kindern auf und beruhte gewöhnlich auf dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ B (HiB). Mittlerweile sind die meisten Kinder gegen HiB geimpft sodass Infektionen selten bei Kindern auftreten. Bei Erwachsenen und nicht geimpften Kindern kann HiB jedoch noch eine Ursache sein.



einfache Erklärung



Halsschmerzen sind Schmerzen an der Rückwand des Rachens. Der Schmerz kann stark sein und verschlimmert sich in der Regel beim Schlucken. Viele Patienten mit Halsschmerzen weigern sich zu essen oder zu trinken. Manchmal treten auch Schmerzen im Ohr auf (Nerven zur Rückwand des Rachens verlaufen sehr nahe an den Nerven die vom Ohr kommen).


Eine Halsentzündung ist in der Regel auf eine Infektion zurückzuführen (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Halsschmerzen). Die häufigste Infektion ist


Tonsillopharyngitis (Mandelentzündung)


Seltenere doch gravierendere Ursachen von Halsschmerzen sind


Abszess


Infektion des Kehldeckels (Epiglottitis)


Tumoren


Abszesse Epiglottitis und Tumoren sind von besonderer Bedeutung weil sie die Atemwege blockieren können.


Eine Reizung des Rachens und leichtes Wundsein können auch durch Trockenheit Reizstoffe gastroösophageale Erkrankungen (GERD) und vokale Belastung (z. B. Schreien) verursacht werden.


Tonsillopharyngitis ist eine Infektion der Mandeln (Lymphgewebe im hinteren Rachen) und des Rachens (Pharynx). Der Arzt verwendet den Begriff Mandelentzündung (Tonsillitis) wenn insbesondere die Mandeln entzündet sind oder den Begriff Rachenentzündung (Pharyngitis) wenn die Mandeln nicht besonders entzündet sind oder wenn Patienten ohne Mandeln eine Halsentzündung haben.


Tonsillopharyngitis wird normalerweise von einem Virus verursacht in der Regel von den gleichen Viren die eine gewöhnliche Erkältung auslösen. Die meisten Erkältungen beginnen mit leichten Halsschmerzen. Eine seltenere virale Ursache ist akute Mononukleose (verursacht durch das Epstein-Barr-Virus) die vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen auftritt. Noch seltener können Halsschmerzen Teil der ursprünglichen Infektion mit dem humanen Immunschwächevirus (HIV) sein oder bei HIV-positiven Patienten auf eine chronische Pilzinfektion wie z. B. Soor hinweisen.


Ungefähr 10 % der Halsschmerzepisoden bei Erwachsenen (und etwas mehr bei Kindern) werden durch eine Art von Streptokokken-Bakterien (Streptokokken) verursacht. Solche Streptokokkeninfektionen werden häufig als Rachenentzündung bezeichnet. Bei Kindern unter 2 Jahren kommt eine Rachenentzündung selten vor.


Seltene bakterielle Ursachen sind Gonorrhö und Diphtherie (in Ländern mit niedrigen Impfraten).


Unterhalb oder in der Nähe einer der Mandeln kann sich eine Ansammlung von Eiter (Abszess) ein sogenannter Peritonsillarabszess bilden. Die übliche Ursache ist eine Streptokokkeninfektion die sich von den Mandeln in tiefere Gewebeschichten ausgebreitet hat. Bei kleinen Kindern kann sich ein Abszess im Gewebe an der Rückwand des Rachens bilden (Retropharyngealabszess).


Der Kehldeckel (Epiglottis) ist eine kleine Klappe aus hartem Gewebe die beim Schlucken den Zugang zu Kehlkopf (Larynx) und Luftröhre (Trachea) verschließt. Der Kehldeckel kann von bestimmten Bakterien infiziert werden (Epiglottitis). Diese Infektion verursacht starke Schmerzen und Schwellungen. Die Schwellung kann die Luftröhre verschließen vor allem bei Säuglingen und Kindern. Eine Epiglottitis trat vornehmlich bei Kindern auf und beruhte gewöhnlich auf dem Bakterium Haemophilus influenzae Typ B (HiB). Mittlerweile sind die meisten Kinder gegen HiB geimpft sodass Infektionen selten bei Kindern auftreten. Bei Erwachsenen und nicht geimpften Kindern kann HiB jedoch noch eine Ursache sein.


Nicht jeder Halsschmerz erfordert eine sofortige Untersuchung durch einen Arzt. Die folgenden Angaben können bei der Entscheidung behilflich sein ob eine ärztliche Beurteilung nötig ist und liefern Gewissheit darüber und was im Rahmen dieser Untersuchung zu erwarten ist.


Bei Halsschmerzen sind bestimmte Symptome und Merkmale Anlass besonderer Aufmerksamkeit. Hierzu gehören


Rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Einatmen (Stridor)


Anzeichen von Atembeschwerden (insbesondere die Stativhaltung in der Kinder aufrecht sitzen sich nach vorne beugen und dabei den Kopf in den Nacken legen und den Kiefer vorschieben)


Sabbern


Gedämpfte kloßige fast stimmlose Sprache (als ob der Betroffene eine heiße Kartoffel im Mund hätte)


Sichtbare Ausbuchtung an der Rückseite des Rachens


Patienten mit Warnzeichen sollten sich direkt ins Krankenhaus begeben.


Patienten mit Halsschmerzen jedoch ohne Warnzeichen sollten ihren Arzt anrufen. Patienten mit typischen Erkältungssymptomen und leichten bis mäßigen Beschwerden wird empfohlen zu Hause zu bleiben und ihre Symptome mit frei verkäuflichen Arzneimitteln zu behandeln. Patienten mit starken Schmerzen und/oder anderen Symptomen (wie Fieber extreme Müdigkeit oder produktiver Husten) sollten sich üblicherweise sofort untersuchen lassen.


Ärzte stellen zunächst immer Fragen zu den Symptomen und zur Krankengeschichte des Patienten bevor sie eine körperliche Untersuchung vornehmen. Die Ergebnisse der Anamnese und der körperlichen Untersuchung bestimmen ob und welche Tests durchgeführt werden (siehe Tabelle mit einigen Ursachen und Merkmalen von Halsschmerzen).


Während der Anamnese stellt der Arzt Fragen zu Folgendem:


Symptome von Schnupfen Husten und Schwierigkeiten beim Schlucken Sprechen oder Atmen


Ob ein stark ausgeprägtes Gefühl allgemeiner Müdigkeit vor dem Auftreten der Halsschmerzen vorgelegen hat (könnte auf Mononukleose hindeuten)


Frühere Episoden von Mononukleose (Patienten bekommen Mononukleose nur selten zweimal)


Risikofaktoren für Gonorrhö (z. B. kürzlich stattgefundener oral-genitaler sexueller Kontakt) oder HIV-Infektion (ungeschützter Geschlechtsverkehr mehrere Sexualpartner oder intravenöser Drogenmissbrauch)


Während der körperlichen Untersuchung konzentriert sich der Arzt auf Nase und Rachen. Wenn der Arzt jedoch Epiglottitis bei Kindern vermutet (weil Warnzeichen vorliegen und es keine Hinweise auf eine Erkältung gibt) wird der Rachen nicht in der Praxis untersucht weil ein Zungenspatel einen Krampf auslösen kann der zur kompletten Blockierung der Atemwege führt.


Wenn keine Epiglottitis vermutet wird geht der Arzt folgendermaßen vor:


Er blickt in den Mund um zu sehen ob der Rachen und/oder die Mandeln gerötet sind ob es weiße Flecken (Exsudat) auf den Mandeln gibt und ob irgendwelche Ausbuchtungen zu sehen sind die auf einen Abszess hindeuten.


Untersuchung des Halses auf vergrößerte druckempfindliche Lymphknoten


Abtasten des Bauchs nach einer vergrößerten Milz


Ursache


Häufige Merkmale*


Untersuchungen


Virale Tonsillopharyngitis (Infektion der Mandeln und des Rachens durch ein Virus)


Leichte bis mäßige Halsschmerzen und leichtes oder gar kein Fieber


Normalerweise eine laufende Nase und/oder Husten


Rachen und Mandeln sind leicht bis stark gerötet und mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen


Manchmal ein oder zwei vergrößerte nicht schmerzhafte Lymphknoten im Nacken


Ärztliche Untersuchung


Streptokokken-Angina (Rachenentzündung)


Oft schwere Halsschmerzen und Fieber


Selten eine laufende Nase oder Husten


Rachen oft sehr stark gerötet Mandeln mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen


Typischerweise ein oder zwei vergrößerte druckempfindliche Lymphknoten im Nacken


Untersuchung eines Abstrichs aus dem Rachen


Mononukleose (verursacht durch das Epstein-Barr-Virus)


Mäßige bis schwere Halsschmerzen hohes Fieber und ständige Müdigkeit jedoch keine Erkältungssymptome


Normalerweise bei Jugendlichen oder jungen Erwachsenen die noch nie Mononukleose hatten


Rachen und Mandeln oft sehr stark gerötet Mandeln mit einem weißen Sekret oder mit Eiter überzogen


Typischerweise viele vergrößerte Lymphknoten auf beiden Seiten des Halses und manchmal eine vergrößerte Milz die bei einer Untersuchung entdeckt wird


Ein Bluttest auf Antikörper gegen das Epstein-Barr-Virus


Abszess†


Starke Halsschmerzen oft Fieber und keine Erkältungssymptome


Manchmal eine gedämpfte Stimme die klingt als hätte der Betroffene eine heiße Kartoffel im Mund


Rachen und Mandeln leicht bis stark gerötet


Typischerweise eine deutliche Schwellung auf einer Seite des Rachens


Normalerweise wird Eiter mit einer Nadel entfernt (zur Diagnose und Behandlung)


Manchmal Computertomografie (CT) des Halsbereichs


Epiglottitis† (Infektion des Kehldeckels der kleinen Gewebeklappe die die Öffnung des Kehlkopfs verschließt)


Starke Halsschmerzen und Schluckbeschwerden die plötzlich einsetzen


Bei Kindern oft Sabbern und Anzeichen einer schweren Erkrankung (z. B. wenig oder gar kein Blickkontakt Eltern werden nicht erkannt Reizbarkeit)


Manchmal (häufiger bei Kindern) Atemwegssymptome einschließlich:


Schnelles Atmen (Tachypnoe)


Rasselnde Geräusche beim Einatmen (Stridor)


Stativhaltung: Aufrechtes nach vorne gebeugtes Sitzen wobei der Kopf in den Nacken gelegt und der Kiefer nach vorne gestreckt wird (um mehr Luft in die Lunge zu bekommen)


Ein Hals der während der Untersuchung typischerweise normal erscheint (allerdings ist eine Untersuchung möglicherweise nicht ratsam)


Bei den meisten Kindern sowie bei Erwachsenen die schwer krank wirken wird im OP-Saal eine flexible faseroptische Laryngoskopie durchgeführt (Einführen eines dünnen flexiblen Schlauchs in den Hals um den Kehldeckel direkt betrachten zu können)


Bei Patienten die nicht alle Symptome der Epiglottitis zeigen und nicht schwer krank scheinen Röntgenaufnahmen des Halses


* Die Merkmale umfassen die Symptome und die Befunde der ärztlichen Untersuchung. Die genannten Merkmale sind typisch treten aber nicht immer auf.


† Diese Ursachen sind selten.


Der Testbedarf hängt von den Befunden der Krankengeschichte und der ärztlichen Untersuchung ab insbesondere davon ob Warnzeichen vorhanden sind.


Mögliche Untersuchungsarten:


Schnelles Streptokokken-Screening (bei Kindern)


Rachenabstrich (bei Erwachsenen)


Flexible faseroptische Laryngoskopie


Röntgenaufnahmen des Halses


Der Arzt versucht zuerst festzustellen ob eine Kehldeckelentzündung vorliegt. Stridor und übermäßiger Speichelfluss (Sabbern) sind Warnzeichen insbesondere bei Patienten die krank sind oder Atembeschwerden haben. In solchen Fällen sollten keine Röntgenaufnahmen gemacht werden. Stattdessen sieht der Arzt mit einem dünnen flexiblen Betrachtungstubus das durch die Nase eingeführt wird tief in den Rachen (flexible faseroptische Laryngoskopie). Weil es bei Kindern während einer Rachenuntersuchung mit höherer Wahrscheinlichkeit zu einer plötzlichen vollständigen Blockade der Atemwege kommen kann wird diese Untersuchung nur im OP-Saal durchgeführt wo für den Notfall entsprechende Ausrüstung und Personal zur Verfügung stehen. Erwachsene die nicht schwer krank erscheinen und keine Atemwegssymptome zeigen können am Hals geröntgt werden um festzustellen ob der Kehldeckel geschwollen ist. Ebenso kann in der Notaufnahme oder der Praxis eines Facharztes eine flexible faseroptische Laryngoskopie durchgeführt werden.


Entgegen der allgemeinen Auffassung ist es für den Arzt nicht einfach eine durch Streptokokken verursachte Rachenentzündung nur anhand des Aussehens von einer viralen Entzündung zu unterscheiden. Beide können zu stark gerötetem Hals mit weißen Flecken führen. Wenn nicht eindeutig nur eine gewöhnliche Erkältung vorliegt untersucht der Arzt auf Streptokokken. Dazu gibt es zwei Arten von Tests: einen Schnelltest auf Streptokokken-Antigene und eine Rachenabstrich-Kultur. Beide Tests werden an einer Probe durchgeführt die mithilfe eines Wattestäbchens von der Rückwand des Rachens getupft wurde. Der Schnelltest auf Streptokokken-Antigene kann in der Arztpraxis durchgeführt werden und dauert etwa 20 Minuten. Der Schnelltest wird in der Regel nur bei Kindern durchgeführt. Wenn die Ergebnisse positiv sind werden die Kinder mit Antibiotika behandelt. Wenn die Ergebnisse negativ sind wird eine weitere Probe an das Labor geschickt. Dort wird eine Kultur angelegt. Die Mikroorganismen vermehren sich auf einem speziellen Gel sodass genügend Organismen zur Bestimmung vorhanden sind. Wenn Erwachsene auf Streptokokken untersucht werden müssen wählt der Arzt zumeist nur die Rachenabstrich-Kultur weil bei Erwachsenen eine weitere bakterielle Infektion vorliegen kann die der Antigen-Schnelltest nicht erkennt.


Oft wird während der Untersuchung ein Abszess gefunden. Der Arzt kann den Abszess diagnostizieren und behandeln indem er ein Betäubungsmittel in den Rachen sprüht und eine kleine Nadel in den geschwollenen Bereich einführt. Wenn Eiter austritt handelt es sich um einen Abszess und der Arzt entfernt so viel Eiter wie möglich. Wenn Lage und Größe des Abszesses unklar sind führt der Arzt eine Computertomografie (CT) des Halses durch.


Blutuntersuchungen auf Mononukleose oder HIV werden nur dann durchgeführt wenn eine dieser Infektionen vermutet wird.


Der Arzt behandelt die spezifischen oder zugrunde liegenden Erkrankungen. Beispielsweise erhalten Patienten mit einer Streptokokken- oder einer anderen bakteriellen Infektion Antibiotika.


Wichtig ist die Schmerzlinderung damit die Patienten essen und trinken können. Ibuprofen oder Paracetamol helfen bei Schmerzen und Fieber. Patienten mit starken Schmerzen benötigen eventuell eine kurzzeitige Therapie mit Opioiden (z. B. Oxycodon oder Hydrocodon). Das Gurgeln mit warmem Salzwasser Lutschtabletten oder Rachensprays (die Benzocain Lidocain oder Dyclonin enthalten) können die Schmerzen vorübergehend lindern. Suppen haben den Vorteil dass sie Kinder einerseits vor dem Austrocknen bewahren und sie andererseits mit Nährstoffen versorgen solange das Schlucken noch schmerzt und der Appetit noch nicht zurückgekehrt ist.


Halsschmerzen werden zumeist durch virale Tonsillopharyngitis verursacht und heilen ohne Behandlung.


Gelegentlich werden Halsschmerzen durch bestimmte Bakterien (insbesondere Streptokokken) verursacht und führen zu einer Rachenentzündung.


Ohne Laboruntersuchung kann der Arzt nur schwer zwischen einer viralen oder bakteriellen Ursache von Tonsillopharyngitis unterscheiden.


Abszesse und Kehldeckelentzündung sind seltene aber schwerwiegende Ursachen.
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